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Mit Patricia auf Tour: Was gute Reiseleitung wirklich ausmacht

Wer mit Boat Bike Tours unterwegs ist, erlebt nicht nur schöne Radstrecken, historische Städte und entspannte Stunden an Bord. Man begegnet auch Menschen, die im Hintergrund viel dafür tun, dass eine Reise rund läuft. Eine von ihnen ist Patricia van der Steen.

Patricia arbeitet als Reiseleiterin für Boat Bike Tours. Sie bringt viel Erfahrung mit: als frühere Sportlehrerin, mit einem Studium im Tourismus und als Reiseleiterin in ganz Europa, Südafrika und Thailand. Doch die Kombination aus Schiff und Fahrrad war auch für sie am Anfang etwas Neues. 2019 begann sie ihre erste Saison bei Boat Bike Tours. Heute sagt sie: Genau diese Mischung gefällt ihr besonders gut. Bewegung, Reisen, Menschen und Organisation kommen hier zusammen.

Im Podcast spricht Patricia mit Ennie über ihren Alltag als Guide, über Vorbereitung, Gruppendynamik und die kleinen Herausforderungen, die unterwegs dazugehören.

„Du musst diesen Job lieben“

Reiseleiterin zu sein klingt für viele nach einem Traumberuf. Und für Patricia ist es das auch. Aber sie sagt ganz klar: Man muss diesen Beruf wirklich lieben. Denn es geht nicht nur darum, schöne Orte zu zeigen oder interessante Geschichten zu erzählen.

Ein Guide ist fast immer ansprechbar. Morgens beim Briefing, tagsüber auf der Strecke, nachmittags an Bord und oft auch abends. Gäste haben Fragen, brauchen Empfehlungen oder erzählen persönliche Geschichten. Manchmal geht es um kleine praktische Dinge. Manchmal auch um Sorgen, Unsicherheiten oder Probleme.

Patricia beschreibt diesen Teil ihrer Arbeit sehr ehrlich. Man ist nicht einfach nur mit der Gruppe unterwegs. Man ist präsent. Man hört zu. Man hilft. Und man sorgt dafür, dass sich Menschen gut aufgehoben fühlen. Für sie ist deshalb klar: „Du musst das lieben, oder du solltest das nicht machen.“

Gute Vorbereitung gibt Sicherheit

Wenn Patricia eine neue Tour übernimmt, beginnt ihre Arbeit lange vor dem ersten Radtag. Sie liest viel, schaut Videos, informiert sich über Orte, Sehenswürdigkeiten und Strecken. Besonders wichtig ist ihr, eine Tour nicht nur einmal zu fahren. Beim zweiten Mal weiß man immer mehr: wo es unübersichtlich werden kann, welcher Stopp sich lohnt und welche Informationen für die Gäste wirklich hilfreich sind.

Diese Vorbereitung ist für Patricia nicht nur eine persönliche Vorliebe, sondern Vorraussetzung für ein entspannendes Erlebnis. Denn Gäste spüren, ob ein Guide sicher ist. Sie merken, ob jemand die Strecke kennt, gute Tipps geben kann und auch bei Fragen ruhig bleibt.

Gerade bei halb geführten Reisen ist das wichtig. Bei diesen Touren fahren die Gäste die Strecke individuell, aber der Guide ist in der Nähe und erreichbar, weil er oder sie die gleiche Route radelt. So genießen die Gäste viel Freiheit, bekommen aber gleichzeitig Orientierung. Sie erfahren beim Briefing vor der Radtour, was sie unterwegs sehen können, welche Orte sich für eine Pause eignen und worauf sie achten sollten.

Weniger erzählen, aber das Richtige

Patricia hat mit den Jahren gelernt, dass gute Reiseleitung nicht bedeutet, möglichst viel zu erzählen. Im Gegenteil. Ihr Stil ist klar, direkt und gut dosiert. Sie gibt den Gästen die Informationen, die sie wirklich brauchen.

Sie sagt: Wenn man zu lange redet, schalten Menschen irgendwann ab. Also konzentriert sie sich auf das Wesentliche. Was ist heute wichtig? Was ist sehenswert? Wo kann man gut Kaffee trinken? Gibt es ein Museum, eine Kirche oder einen schönen Platz, den man nicht verpassen sollte?

Wer mehr wissen möchte, kann jederzeit nachfragen. So bleibt die Information praktisch, verständlich und für alle interessant. Genau das passt zu Gästen, die selbstständig reisen möchten, aber trotzdem auf die Erfahrung eines Guides vertrauen.

Drei Sprachen, ein gemeinsames Erlebnis

Auf vielen Reisen kommen Gäste aus verschiedenen Ländern zusammen. Patricia erzählt von deutschen, niederländischen, amerikanischen, kanadischen und neuseeländischen Gästen. Das bedeutet auch: Briefings finden oft in mehreren Sprachen statt.

Mal beginnt das Briefing auf Deutsch, mal auf Englisch, mal auf Niederländisch. So fühlt sich niemand hintenangestellt. Alle bekommen dieselben Informationen. Und alle können entspannt in den nächsten Tag starten.

Wie aus Mitreisenden eine Gruppe wird

Ein besonders schöner Teil des Gesprächs ist Patricias Blick auf die Gruppendynamik. Denn auf einer Boat Bike Tour ist man nicht anonym unterwegs. Man sieht sich beim Frühstück, auf dem Fahrrad, beim Abendessen und in den Gemeinschaftsbereichen an Bord.

Patricia achtet darauf, dass Gäste miteinander ins Gespräch kommen. Beim Abendessen sollen nicht immer dieselben Personen zusammensitzen. Auch kleine Programmpunkte wie ein Quiz, Musik oder ein Tanzabend helfen, dass Menschen sich kennenlernen.

Oft geht das schneller, als man denkt. Die gemeinsame Erfahrung verbindet. Man radelt durch dieselben Landschaften, erlebt kleine Überraschungen unterwegs und kommt am Ende des Tages wieder auf demselben Schiff an. So entstehen die Gespräche ganz von selbst.

Gerade das macht eine Rad- und Schiffsreise so besonders, findet Patricia: „Man reist selbstständig, aber nie ganz allein.“

Patricias Lieblingstour

Ein persönliches Highlight für Patricia war in dieser Saison die Rhein-Mosel Tour mit Start und Ziel in Koblenz. Sie schwärmt von den Dörfern, den historischen Städten und Gebäuden, der Geschichte, der man unterwegs auf Schritt und Tritt begegnet.

Patricia liebt Deutschland, besonders die gewachsenen Orte mit ihren jahrhundertealten Fassaden. Diese Begeisterung ist wichtig. Denn ein Guide vermittelt nicht nur Fakten. Er oder sie gibt auch eine Haltung weiter, wie Patricia erklärt: „Schau genau hin. Nimm dir Zeit. Entdecke die kleinen Details.“

Wenn es schwierig wird

Natürlich läuft nicht immer alles glatt. Patricia erzählt im Podcast auch von einer herausfordernden Woche mit einer 82-jährigen Dame, die mehrfach stürzte und trotzdem jeden Tag wieder aufs Fahrrad steigen wollte. Für Patricia und ihre Kollegin war das keine einfache Situation. Sie mussten Verantwortung übernehmen, Rücksprache halten und immer wieder abwägen, was möglich und sicher ist.

Solche Geschichten zeigen, wie anspruchsvoll die Arbeit eines Guides sein kann. Es geht um Gastfreundschaft, aber auch um klare Entscheidungen. Um Empathie, aber auch um Sicherheit. Am Ende war die Dame glücklich und sagte, sie habe eine schöne Woche gehabt. Für Patricia blieb es trotzdem eine Woche, die viel Kraft gekostet hat.

Teamwork an Bord

Bei Boat Bike Tours arbeitet Patricia meist mit einem zweiten Guide zusammen. Das ist hilfreich, weil man Aufgaben teilen und voneinander lernen kann. Besonders wertvoll ist die Erfahrung von Kolleginnen und Kollegen, die eine Tour schon viele Male begleitet haben.

Sie wissen genau über die kleinen Dinge Bescheid, die nicht immer im Programm stehen: Wo ist die Strecke etwas schwieriger? Welcher Stopp lohnt sich wirklich? Wo gibt es ein gutes Restaurant oder einen schönen Platz für eine Pause?

Für Patricia ist dieses Wissen Gold wert. Es hilft ihr, besser vorbereitet zu sein und den Gästen noch sicherer zur Seite zu stehen.

Am Ende geht es um Vertrauen

Was bleibt nach dem Gespräch mit Patricia? Vor allem der Eindruck, dass gute Reiseleitung viel mit Vertrauen zu tun hat.

Gäste möchten wissen: Da ist jemand, der die Strecke kennt. Jemand, der Fragen beantwortet. Jemand, der Empfehlungen gibt. Und jemand, der auch dann ruhig bleibt, wenn etwas anders läuft als geplant.

Patricia bringt dafür genau die richtige Mischung mit: Erfahrung, Klarheit, Humor und Freude am Reisen. Sie liebt ihren Beruf, aber sie verschweigt nicht, dass er manchmal anstrengend ist. Vielleicht macht gerade das ihre Perspektive so sympathisch.

Denn hinter jeder gelungenen Reise stehen Menschen, die mitdenken, zuhören und jeden Tag aufs Neue dafür sorgen, dass aus einem Reiseprogramm ein echtes Erlebnis wird.

Haben Sie Lust auf Ihr eigenes Abenteuer?

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