
Wie viel Abenteuer darf es im Urlaub sein? Und wie viel Komfort brauchen Sie, damit Sie sich wirklich erholen können? Genau über dieses Thema kann Tobias Lohmann eine Menge erzählen. Er ist seit über zwanzig Jahren dabei. Erst als Reiseleiter, dann als Produktentwickler, Fotograf und Videograf. Seit dem Zusammenschluss von Boat Bike Tours und Inselhüpfen arbeitet Tobias im Marketingteam. Doch wer ihm zuhört, merkt schnell: Er denkt nicht wie jemand, der am Schreibtisch sitzt. Seine Antworten sind vom Leben unterwegs geprägt, von Wind, Wellen, Begegnungen und all den Momenten, die man nicht planen kann. Im Podcast-Gespräch mit Ennie wird schnell klar: Bei Inselhüpfen und Boat Bike Tours geht es nicht um „entweder Komfort oder Abenteuer“, sondern um die richtige Mischung.
Die abenteuerlichen Anfänge
Tobias’ erste Jahre als Reiseleiter klingen heute fast wie Geschichten aus einer anderen Zeit. Inselhüpfen war damals ein kleines, sehr familiäres Unternehmen. Vieles entstand unterwegs, aus Neugier und Lust am Ausprobieren.
Tauchte eine besonders schöne Bucht auf, wurde sie kurzerhand Teil der Reise. Ganz gleich, ob dort jemals zuvor ein Schiff angelegt hatte. Tobias erinnert sich an eine Szene in der Türkei:
„Wir haben die Gäste und die Räder mit dem Beiboot an Land gebracht. Einer von uns stand knietief im Wasser und hat die Räder entgegengenommen.“
Sie wollten den Menschen Orte zeigen, die nicht im Reiseführer standen. Und das bedeutete manchmal: improvisieren, Umwege gehen, Geduld haben, mutig sein. Mit den Jahren wurde das Produkt professioneller. Die Gästezahlen wuchsen, die Erwartungen ebenfalls. Doch, sagt Tobias:
„Die Essenz ist geblieben. Wir wollen ein intensives, echtes Erlebnis, aber heute einfach in einem sicheren Rahmen.“

Komfort heute – Wahlfreiheit statt Einheitslösung
Natürlich hat sich auch der Komfort weiterentwickelt. Heute gibt es unterschiedliche Schiffskategorien, ähnlich wie bei Hotels: von einfach und gemütlich bis edel und luxuriös.
Entscheidend ist dabei nicht die Zahl der Sterne, sondern die Wahlfreiheit für die Gäste. Wer es schlicht liebt und gern ganz nah am Wasser ist, findet das passende Schiff. Wer großzügige Kabinen und elegantes Design schätzt, ebenso. Und unabhängig von der Kategorie bleibt eines gleich: das Reiseerlebnis mit Rad und Schiff.
Tobias bringt es auf den Punkt: „Die Sehnsucht der Gäste und die Art der Reise sind dieselben. Sie unterscheiden sich nur darin, wie viel Komfort jemand braucht, um sich wirklich wohlzufühlen.“
Für viele ist genau das der Schlüssel. Aktiv sein, Neues entdecken, kleine Abenteuer erleben – aber am Ende des Tages in ein gemütliches Bett fallen.

Erwartungen gut steuern
Weil heute Gäste aus aller Welt an Bord gehen, spielt Erwartungsmanagement eine immer größere Rolle. Besonders Reisende aus Nordamerika bringen oft sehr hohe Ansprüche an Komfort und Sicherheit mit.
Gleichzeitig entscheiden sie sich bewusst für eine Reiseform, die definitionsgemäß ungewöhnlich ist: ein Schiff, wechselnde Inseln, tägliche Radtouren.
Diese Spannung macht den Reiz aus und stellt hohe Anforderungen an die Kommunikation. Tobias’ Ansatz ist klar: ehrlich sein, transparent beschreiben, Bilder zeigen, die der Realität entsprechen. Und nie mehr versprechen, als man halten kann.

Wenn das Unerwartete passiert – und alles gut wird
Trotz aller Planung bleibt beim Inselhüpfen eines konstant: das Unvorhersehbare. Wind, Wetter und Wellen halten sich selten an Pläne. Für Crew und Guides gehört das zum Alltag. Für Gäste bedeutet es oft einen Höhepunkt der Reise.
Tobias erzählt von einem Sturm, der das Schiff unerwartet nach Olib brachte, eine winzige kroatische Insel, die kaum jemand kennt. Die Gäste gingen ohne Fahrräder durch eine stille Landschaft, entdeckten alte Bunkerreste und ein Dorf mit nur wenigen Dutzend Einwohnern.
„So etwas lässt sich nicht planen“, sagt er. „Und genau deshalb bleibt es im Gedächtnis.“
E-Bikes – neue Wege, gleiche Erlebnisse
Ein großer Wandel der letzten Jahre ist der Durchbruch der E-Bikes. Sie machen heute Routen möglich, die früher für viele zu anspruchsvoll gewesen wären.
Gerade in Ländern wie Kroatien oder der Türkei geht es oft steil bergauf und bergab.
„Viele Menschen hätten diese Reisen früher nicht gemacht“, sagt Tobias. „Heute können sie dieselben Aussichten genießen, unabhängig von ihrer sportlichen Verfassung.“
Die Touren werden dadurch entspannter und inklusiver, ohne ihren Charakter zu verlieren.

Gemeinschaft an Bord
Und was passiert, wenn der Wind auffrischt, ein Hafen gesperrt ist oder die Gruppe langsamer unterwegs ist als geplant? Dann entsteht an Bord etwas, das man nicht buchen kann: Gemeinschaft. Ein improvisierter Kochkurs. Ein Spieleabend. Ein Gespräch, das länger dauert als gedacht.
„Wenn etwas Unerwartetes passiert, verändert sich die Gruppendynamik“, sagt Tobias. Fremde sitzen plötzlich zusammen, erzählen, lachen und wachsen zusammen. Viele kommen allein an und gehen mit neuen Freundschaften von Bord. Kein Versprechen, aber ein häufiges Ergebnis.
Vom Guide zum Geschichtenerzähler
Spricht Tobias über seine heutige Arbeit im Marketing, wird deutlich, wie sehr ihn seine Zeit als Guide noch prägt. „Alles, was ich mache, basiert auf den Erlebnissen auf den Reisen“, sagt er.
Es geht ihm nicht darum, Reisen zu verkaufen, sondern Geschichten weiterzuerzählen. Von Orten, Begegnungen und Momenten, die ihn selbst berührt haben.

Offenheit einpacken
Was bleibt als Fazit dieses Gesprächs? Man muss kein Abenteurer sein, um mit Rad und Schiff zu reisen. Aber ein wenig Offenheit gehört ins Gepäck.
Es gibt Komfort, Sicherheit und verlässliche Abläufe. Und es gibt das Meer, den Wind, und die lokale Kultur. Alles Dinge, die sich nicht vollständig durchplanen lassen. Wer sich darauf einlässt, erlebt Reisen, die nicht nur schön sind, sondern weitererzählt werden wollen.
Oder wie Tobias sagt: „Man kann nicht alles planen. Und genau das macht das Erlebnis so besonders.“

Haben Sie Lust auf Ihr eigenes Abenteuer?
Haben Sie nach dem Lesen dieses Blogartikels Lust auf Ihr eigenes Abenteuer mit Rad und Schiff bekommen? Wir beraten Sie gerne persönlich und auf Deutsch, unverbindlich und mit allen Informationen, die Sie brauchen, um die perfekte Tour für Sie zu finden.
Schreiben Sie einfach eine E-Mail an info@boatbiketours.de oder rufen Sie uns an unter +49 2102 42 0655. Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!
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