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Finden Sie Ihre TourEinmal mitten hinein in Hollands Frühling: morgens mit dem Fahrrad zu leuchtenden Blumenfeldern aufbrechen, durch Polder und kleine Städte radeln und am Nachmittag zum Schiff zurückkehren, das bereits am nächsten Anleger wartet. Die Tulpentouren von Boat Bike Tours machen genau das möglich. Für wenige Wochen führen sie durch ein Land, das zwischen Tulpen, Hyazinthen und Narzissen in den schönsten Farben leuchtet.

Je nach Route geht es nach Amsterdam, Haarlem, Leiden oder Alkmaar, zum historischen Sortengarten Hortus Bulborum und natürlich zum Keukenhof. Auf den Feldern, in Gärten und historischen Sortensammlungen zeigt sich eine Leidenschaft, die weit über ein schönes Frühlingsmotiv hinausgeht. Denn hinter jeder Tulpe steckt eine Geschichte. Zeit also, Hollands berühmteste Blume einmal genauer zu betrachten.
Im Keukenhof scheint der Frühling mühelos aus dem Boden zu wachsen: Millionen Blüten formen farbige Wellen, Wege verschwinden zwischen Beeten und hinter jeder Biegung wartet ein neues Bild. Doch wenn sich im Frühjahr die Tore öffnen, ist die wichtigste Arbeit längst getan. Sie begann schon Monate zuvor, denn nach jeder Saison werden die alten Zwiebeln ausgegraben und die Gärten vollkommen neu entworfen.
Im Herbst setzen rund 40 Gärtner etwa sieben Millionen Blumenzwiebeln von Hand in den 32 Hektar großen Park. Rund 100 niederländische Züchter und Exporteure liefern dafür ihre schönsten Sorten. Gepflanzt wird in mehreren Schichten, nach dem sogenannten Lasagneprinzip: spät blühende Zwiebeln nach unten, frühe nach oben. So öffnen sich Krokusse, Narzissen, Hyazinthen und Tulpen nacheinander, und der Park zeigt Woche für Woche ein anderes Gesicht. Allein rund 800 Tulpensorten sind hier zu sehen und machen den Park zu einem der farbenprächtigsten Frühlingsziele Europas.
Den Winter über bleibt von dieser Arbeit kaum etwas zu sehen. Unter der Erde aber ist der nächste Frühling längst angelegt. Und mit ihm warten Geschichten, die ebenso überraschend sind wie die Blüten selbst: von einer weitgereisten Blume, von verschwundenen Vermögen und rätselhaften Farben.

Holland ohne Tulpen? Heute kaum vorstellbar. Doch die Heimat vieler Wildtulpen liegt Tausende Kilometer weiter östlich. Von den Bergregionen Zentralasiens verbreiteten sie sich über Persien und den Kaukasus bis nach Anatolien. Dort trotzten sie heißen Sommern und kalten Wintern – Bedingungen, an die ihre Zwiebeln bis heute angepasst sind.
Lange bevor Tulpen in niederländischen Gärten blühten, wurden sie im Osmanischen Reich kultiviert. Am Hof in Istanbul galten sie als Zeichen von Schönheit und Vornehmheit. Sultane ließen seltene Sorten pflanzen, Künstler verewigten die Blüten auf Keramik, Stoffen und in Handschriften. Im frühen 18. Jahrhundert erhielt sogar eine Epoche der osmanischen Geschichte den Namen Lâle Devri – die Tulpenzeit.
Im 16. Jahrhundert gelangten die ersten Zwiebeln nach Mittel- und Westeuropa, wo sie wie kleine Kostbarkeiten getauscht wurden. In den Niederlanden pflanzte der Botaniker Carolus Clusius 1593 Tulpen im botanischen Garten der Universität Leiden. Sie weckten so viel Begeisterung, dass wiederholt Zwiebeln gestohlen wurden. Die niederländische Liebe zur Tulpe begann also nicht nur mit wissenschaftlicher Neugier, sondern auch mit einem kleinen Gartendiebstahl.

Auch der Name der Tulpe erinnert an ihre orientalische Herkunft. Über das französische tulipe und das türkische tülbend führt er vermutlich zum persischen Wort dulband für Turban. Wie es zu dieser Verbindung kam, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
Einer beliebten Geschichte zufolge begegnete der kaiserliche Botschafter Ogier Ghislain de Busbecq der Blume Mitte des 16. Jahrhunderts im Osmanischen Reich. Als er nach ihrem Namen fragte, soll es zu einem Missverständnis gekommen sein: Statt der Blume bezeichnete sein Gegenüber den Turban, an dem eine Tulpe als Schmuck getragen wurde. Ob es sich wirklich so zugetragen hat, lässt sich nicht mehr feststellen. Doch in ihrem Namen trägt die Tulpe noch immer eine Spur ihrer langen Reise nach Europa.

Bis ins 17. Jahrhundert waren Tulpen in den Niederlanden vor allem etwas für wohlhabende Liebhaber. Seltene Sorten erzielten hohe Preise und galten als Zeichen von Geschmack und Wohlstand. Bald entdeckten auch Händler die begehrten Zwiebeln als Möglichkeit, schnell Geld zu verdienen.
Da Tulpenzwiebeln nur im Sommer ausgegraben und übergeben werden konnten, verkaufte man im Winter zunächst nur das Recht auf eine Zwiebel, die noch in der Erde lag. Diese Verträge wurden mehrfach weiterverkauft, ohne dass jemand die Blume je gesehen hatte. Spöttisch nannten Zeitgenossen dieses Geschäft „Windhandel“, bei dem Erwartungen statt Blumen den Besitzer wechselten.
Im Winter 1636/37 stiegen die Preise rasant. Dann fanden sich plötzlich keine Käufer mehr, und der Markt brach zusammen. Die sogenannte Tulpenmanie gilt bis heute als eine der ersten großen Spekulationsblasen der Geschichte.

Nach dem Zusammenbruch des Tulpenhandels machten dramatische Geschichten die Runde. Menschen hätten ihre Häuser, Werkstätten und gesamten Ersparnisse für eine einzige Tulpenzwiebel aufs Spiel gesetzt. Historiker sehen das heute nüchterner: Am Handel war nur ein kleiner Kreis beteiligt, viele Verträge wurden nach dem Preissturz nie erfüllt, und eine landesweite Wirtschaftskrise blieb aus.
Auch die berühmte Geschichte, eine Tulpenzwiebel sei so viel wert gewesen wie ein Amsterdamer Grachtenhaus, ist wahrscheinlich übertrieben. Für seltene Sorten wurden zwar erstaunlich hohe Summen geboten. Ob dieses Geld tatsächlich bezahlt wurde, ist jedoch oft nicht belegt.
Die Geschichte vom verlorenen Haus war vermutlich einfach zu gut, um sie nicht weiterzuerzählen. Flugblätter, Gedichte und Karikaturen trugen schon damals dazu bei, die Tulpe zum Symbol für Gier und Leichtsinn zu machen.

Zu den begehrtesten Tulpen gehörten Sorten mit flammenartigen Streifen, Federn und ungewöhnlichen Farbverläufen. Keine Blüte sah genau aus wie die andere, und niemand konnte vorhersagen, wann eine solche Zeichnung entstehen würde.
Die berühmteste dieser Tulpen war die Semper Augustus, eine heute nicht mehr existierende Sorte. Ihre weißen Blüten mit karminroten Flammen sind auf historischen Aquarellen überliefert. Schon damals gab es nur wenige Zwiebeln, für die angeblich gewaltige Summen geboten wurden.
Erst viel später erkannte man das Geheimnis ihrer besonderen Färbung: Die Tulpen waren mit einem Virus infiziert, das unter anderem durch Blattläuse übertragen wurde. Es erzeugte die begehrten Muster, schwächte aber zugleich die Pflanzen und verlangsamte ihre Vermehrung. Ausgerechnet eine Krankheit machte die Tulpen also so schön, selten und kostbar.

Züchter haben Tulpen in beinahe allen Farben hervorgebracht: schneeweiß, sonnengelb, orange, rosa, purpurrot und fast schwarz. Ein vollkommen schwarzes Exemplar gibt es jedoch nicht. Sorten wie Queen of Night wirken besonders im Schatten beinahe schwarz, tatsächlich sind ihre Blüten aber sehr dunkelviolett.
Die unerreichbare schwarze Tulpe beflügelte die Fantasie. Alexandre Dumas machte sie 1850 zum Mittelpunkt seines Romans „Die schwarze Tulpe“. Darin wird in Haarlem ein Preis für denjenigen ausgesetzt, dem die Züchtung einer makellos schwarzen Blume gelingt.
Auch reine blaue Tulpen sucht man vergeblich. Zwar tragen manche Sorten das Wort Blue im Namen, ihre Blüten bewegen sich jedoch zwischen Violett und Lavendel. Die Farbpigmente, die für ein echtes Blau nötig wären, bildet die Tulpe von Natur aus nicht.

Wer im Frühjahr durch die niederländischen Blumenzwiebelregionen radelt, sieht mitunter ein überraschendes Bild: Auf einem Feld leuchten an einem Tag noch Tausende Tulpen, wenig später stehen dort nur grüne Stängel. Die Blüten wurden nicht gepflückt, sondern maschinell oder von Hand entfernt.
Der Grund liegt unter der Erde. Viele der großen Tulpenfelder dienen nicht der Produktion von Schnittblumen, sondern der Vermehrung kräftiger Zwiebeln. Sobald die Züchter Farbe und Qualität der Blüten kontrolliert haben, werden die Köpfe abgenommen. Die Pflanze soll ihre Energie nicht in Samen, sondern in eine gesunde Tochterzwiebel stecken. Die Blüte dient hier als Qualitätskontrolle – das eigentliche Produkt wächst unsichtbar im Boden.

Im niederländischen Hungerwinter 1944/45 bekam die Tulpe eine ganz andere Bedeutung. Durch die deutsche Blockade von Lebensmitteltransporten brach die Versorgung im Westen des Landes weitgehend zusammen. Nahrung und Brennstoff wurden knapp, viele Menschen litten Hunger.
In dieser Not griff man sogar auf Tulpenzwiebeln zurück, die eigentlich für die nächste Pflanzsaison eingelagert waren. Zeitungen und Behörden erklärten, wie man sie schälte, kochte oder zu Mehl verarbeitete. Daraus entstanden Suppen, Brei und einfache Brote. Gut schmeckten sie offenbar nicht: Zeitzeugen erinnerten sich an Bitterkeit, gereizte Kehlen und Magenschmerzen.
Neben Kartoffelschalen und Zuckerrüben wurden Tulpenzwiebeln zu einem Sinnbild jener schweren Monate. Für viele Niederländer erinnert die Tulpe deshalb nicht nur an den Frühling, sondern auch an Not, Einfallsreichtum und Überleben.

Im Frühjahr werden diese Geschichten in der Landschaft sichtbar. Der Hortus Bulborum bewahrt historische Sorten, im Keukenhof zeigen Züchter ihre neuesten Tulpen und auf den Feldern wächst unter der Erde bereits die nächste Generation von Zwiebeln heran. Auf einer Rad- und Schiffsreise wird so aus dem farbenprächtigen Fotomotiv eine Landschaft voller Geschichten. Wer sie kennt, sieht die Tulpenfelder mit anderen Augen – und erlebt Holland von seiner vielleicht buntesten Seite.

Haben Sie nach dem Lesen dieses Blogartikels Lust auf Ihr eigenes Abenteuer mit Rad und Schiff? Wir beraten Sie gerne persönlich und auf Deutsch – unverbindlich und mit allen Informationen, die Sie brauchen, um Ihre eigene Boat Bike Tour zu planen.
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